Im Jahr 2020 fand der erste #fl_tag statt. Das Format wurde in 2021 und ab 2023 jährlich fortgesetzt. Und auch in diesem Jahr wird es wieder einen #fl_tag geben.
Und es gibt einen Ausbildungsalltag, der davor, danach und dazwischen stattfindet und begleitend möchten wir unter dem Titel Ausbildung im Diskurs Räume für Austausch und Vernetzung schaffen.
Dieser Blog ist unsere zentrale Anlaufstelle. Er informiert und bietet Übersicht über alles, was auf dem Weg ist und vor Ort rund um die Ausbildung in unserem "Veedel" im Kölner Bezirk passiert.

Unsicherheit aushalten: Demokratiebildung und BNE in der Englischlehrkräfteausbildung

Ein Bericht über die Fachleitertagung Englisch zum Thema „BNE und Demokratiebildung im Englisch-Fachseminar: Lehramtsanwärter:innen stark machen, BNE und Demokratiebildung im Englischunterricht professionell zu gestalten - Ausbildung, Haltung und Rahmenbedingungen für eine resilientere Praxis, in der Demokratiebildung und BNE-Themen professionell gelebt und unterrichtet werden können“ am 20.02.2026.

Demokratiebildung und BNE in der Englischlehrkräfteausbildung

Der Tag begann nicht mit einem Programmpunkt, sondern mit einem gemeinsamen Ankommen. Beim Stehcafé zu Beginn trafen Wiedersehensfreude und erste Begegnungen aufeinander. Die meisten kennen sich schon lange, aber wunderbarerweise sind immer auch ein paar neue Gesichter dabei. Es gab das Angebot zu einem Tagungs-Du. Noch bevor es offiziell losging, wurde spürbar, was diesen Tag prägen würde: Austausch auf Augenhöhe.

Bei den Kleinen anfangen: Ein Impuls zum Auftakt

Den inhaltlichen Einstieg gestaltete Christiane Doms, Fachleiterin für Englisch am ZfsL in Siegburg für die Primarstufe mit einem praxisnahen Impuls aus dem Englischunterricht der Grundschule. Sie zeigte, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung dort umgesetzt werden kann: nicht als abstraktes „Sprechen über“ globale Probleme im Kleinen, sondern als fächerübergreifender, handlungsorientierter Ansatz, der an der Lebenswelt der Kinder ansetzt. Projekte wie What makes our school green? machten deutlich, wie früh Schüler:innen lernen können, dass ihr Handeln Wirkung hat.

Anhand zahlreicher Beispiele gab Christiane Doms Einblicke in eine gelebte BNE-Kultur an Grundschulen der Region – konkret, alltagsnah und ohne Überforderung. Aber mit einem guten Grund: A global topic needs a global language. Und bei vielen Teilnehmenden die Erkenntnis: Da ist bereits so viel vorhanden, auf das wir in den weiterführenden Schulen aufbauen können – wenn wir es wollen.

Ein passender Ausgangspunkt für den weiteren Tag und die spannende Frage, wie diese frühen Erfahrungen von Partizipation, Verantwortung und Mitgestaltung in der weiteren Schullaufbahn aufgegriffen und vertieft werden können.

Demokratiebildung und BNE in der Englischlehrkräfteausbildung

Podiumsdiskussion: Time flies when you’re having fun

Im Anschluss folgte eine 90-minütige Podiumsdiskussion, die vielen von uns deutlich kürzer vorkam. Nicht, weil es an Tiefe fehlte, sondern weil die Beiträge dicht, ehrlich und nah an der Praxis waren.

Auf dem Podium diskutierten:

  • Ida Szenasi, Englischlehrerin an der Heinrich-Böll-Gesamtschule Köln-Chorweiler
  • Jacquelin Gebrai, Englischlehrerin am Berufskolleg Siegburg
  • Frederike Roch und Christian Baur, Lehrkräfte an der Lise-Meitner-Gesamtschule Köln-Porz
    allesamt ehemalige LAA des ZfsL Leverkusen,
    außerdem
  • Marcel Sprunkel, Schulleiter und Englischlehrer am Gymnasium Brügelmannstraße, Köln-Deutz
  • Birgit Holtwick, Leiterin des Seminars GyGe und zuvor auch Fachleiterin Englisch am ZfsL Leverkusen
  • Philip Balling und Sebastian Lippert, Englischlehrer am Otto-Hahn-Gymnasium Bergisch Gladbach und Fachmoderatoren der BRK

Michael Rogge als geplanter Podiumsteilnehmer, Fachleiter für Englisch am ZfsL Gelsenkirchen und Autor, der viel Erfahrung mit dem Thema hat, war kurzfristig erkrankt. Seine Einstiegsfrage wurde stattdessen an alle Teilnehmenden verteilt und bewusst geöffnet. Mehrere Fachleiter:innen griffen sie auf und brachten ihre Ideen ein.

Schon in der Eröffnungsrunde wurde klar: hier geht‘s ans Eingemachte. Besonders prägend waren die zahlreichen Berichte aus der schulischen Realität: von polarisierenden Diskussionen im Englischunterricht, von sprachlicher Überforderung in emotional aufgeladenen Situationen, von Grenzfragen zwischen Offenheit und notwendiger Positionierung, von Erschöpfung, Überdruss – aber auch von gelungenen Momenten demokratischer Aushandlung.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass Demokratiebildung und BNE im Englischunterricht weniger an fehlendem Willen scheitern als an Komplexität, Unsicherheit und manchmal auch den strukturellen Rahmenbedingungen. Mehrfach wurde betont, wie zentral eine gründliche Sachanalyse für die Unterrichtsplanung ist: Wer demokratische Aushandlungsprozesse ermöglichen will, muss Inhalte fachlich sicher durchdrungen haben – gerade dann, wenn Themen politisch, kontrovers oder emotional aufgeladen sind. Sachanalyse wurde dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Voraussetzung dafür, Diskussionen zu öffnen, einzuordnen und auch begrenzen zu können. In diesem Zusammenhang wurde auch auf den Beutelsbacher Konsens verwiesen, der nicht als Gebot absoluter Neutralität verstanden wurde, sondern als politisches Leitziel, das einseitige ideologische Dominanz untersagt, Lehrkräften aber eine begründete Positionierung innerhalb des demokratischen Spektrums ausdrücklich erlaubt.

Ebenso deutlich wurde die Bedeutung des Blicks auf die konkrete Lerngruppe. Demokratiebildung lässt sich nicht losgelöst von Interessen, Bedürfnissen, Erfahrungen und Belastungen der Schüler:innen denken. Unterricht, der Beteiligung ermöglichen soll, muss von der Lerngruppe her geplant werden – idealerweise mit ihr gemeinsam. Das gilt umso mehr in heterogenen Lerngruppen, in denen sprachliche Voraussetzungen, politische Sozialisationen und emotionale Belastungen stark auseinandergehen können.

Ein wiederkehrendes Thema war die Rolle von Sprache. Demokratiebildung im Englischunterricht bedeutet immer auch, Sprache zu analysieren, Wirkmechanismen offenzulegen und Manipulation erkennen zu lernen. Wer populistische Strategien, Vereinfachungen oder Ausgrenzungen thematisieren will, muss sie sprachlich sichtbar machen können. Zugleich wurde betont, dass demokratische Bildung nicht bei der Analyse (Anforderungsbereich II) stehen bleiben darf, sondern ebenso die Debatte (Anforderungsbereich III) in den Blick nehmen muss. Differenzierte fremdsprachliche Kompetenz ermöglicht es, kontroverse Positionen respektvoll, moderat und sachlich tief zu verhandeln – etwa durch sprachliche Abschwächungen, Präzisierungen und das bewusste Setzen von „hedging“. Gleichzeitig wurde deutlich, wie anspruchsvoll dies ist, wenn Sprache selbst Lerngegenstand ist und nicht allen Lernenden gleichermaßen zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage diskutiert, wann – oder ob – in kritischen Momenten des Unterrichts ein Wechsel der Arbeitssprache notwendig sein kann, um Klärung, Einordnung oder Grenzziehung zu ermöglichen. Diese Frage blieb bewusst offen und wurde als professionelles Abwägen beschrieben, nicht als methodische Regel.

Sehr offen benannt wurde auch die Herausforderung eines stark hierarchischen Systems. Lehramtsanwärter:innen, so der Tenor, trauen sich häufig nicht, die Stimme zu erheben oder Widerspruch zu äußern – weder im Unterricht noch im Kollegium. Gegenwind von Eltern, Unsicherheiten im Umgang mit Schulleitungen oder Ausbildungslehrkräften führen nicht selten dazu, dass problematische Situationen lieber ausgehalten oder übergangen werden. Auch die Ausbildung selbst wurde dabei nicht ausgespart: Partizipation in seminaristischen Gremien ist begrenzt, und auch wir Ausbilder:innen sind in dieser Hinsicht nicht immer das Vorbild, das wir sein möchten oder sollten.

Dabei war die Diskussion keineswegs resignativ. Mehrere Beiträge verwiesen auf Schulleitungen, die bewusst Räume für Austausch schaffen, auf Kollegien, die schwierige Situationen gemeinsam tragen, und auf die entlastende Erfahrung, Herausforderungen nicht allein bewältigen zu müssen. Immer wieder wurde betont, wie wichtig es ist, sich umzuschauen, Verbündete zu suchen und sich im Team – auch fächerübergreifend – schwierigen Situationen zu stellen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass das Schulgesetz – hervorgegangen aus dem Grundgesetz – Lehrkräften ausdrücklich den Auftrag erteilt, gegen Diskriminierung, Rassismus und antidemokratische Tendenzen zu wirken sowie Vielfalt zu unterstützen und wertzuschätzen. Eine wichtige rechtliche Grundlage die Rückendeckung geben kann.

Für die Ausbildung wurde deutlich: Demokratiebildung und BNE müssen explizit mitgedacht werden – nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Teil professionellen Handelns. Das könnte gehen, indem wir im Seminar schwierige Situationen zum Thema machen, sie nicht vereinfachen oder vorschnell auflösen, sondern gemeinsam analysieren. Rückendeckung geben, klar sind, rote Linien ziehen, ohne dabei nur eine Perspektive zu privilegieren. Debatten, so wurde mehrfach betont, müssen nicht immer mit einem Kompromiss enden – und problematische Situationen lassen sich nicht unrealistisch leicht lösen. Die Welt ist komplex, und darf es in der Schule auch bleiben.

Als entlastend wurde zugleich benannt, dass Handlungsfähigkeit nicht aus Einzelkämpfertum entsteht. Immer wieder verwiesen die Diskussionsteilnehmenden auf die Bedeutung von kollegialem Austausch, von Rückhalt in Teams und von Strukturen, die es ermöglichen, schwierige Situationen gemeinsam zu analysieren. Kollegiale Fallberatung und eine Ausbildung, die Handlungsspielräume realistisch sichtbar macht, wurden als zentrale Ressourcen hervorgehoben. Nicht im Sinne einer Garantie für „gelingende“ Situationen, sondern als Voraussetzung dafür, Unsicherheit auszuhalten und dennoch professionell zu handeln.

Demokratiebildung und BNE in der Englischlehrkräfteausbildung

Ideen, aber keine Rezepte für Lehramtsanwärter:innen

Am Ende der Podiumsdiskussion wurden alle Teilnehmenden um einen letzten Gedanken gebeten:
Wenn Sie einer LAA im Fach Englisch einen einzigen Rat für demokratische Haltung und BNE-sensibles Handeln mitgeben könnten – welcher wäre das?

Die Antworten ließen sich auf wenige, aber gewichtige Punkte verdichten: Bleiben Sie neugierig. Bleiben Sie informiert. Entwickeln Sie eine klare Haltung. Suchen Sie sich Verbündete und holen Sie sich Hilfe. Nehmen Sie das Lehrbuch nicht als Vorgabe, sondern als Steinbruch. Planen Sie Unterricht von den Interessen und Bedürfnissen Ihrer Lerngruppe aus – und, wo immer möglich, mit der Lerngruppe gemeinsam.

Vielleicht war genau das die wichtigste Botschaft der Diskussion: Demokratiebildung beginnt nicht mit perfekten Konzepten, sondern mit der eigenen Haltung, mit Reflexion und der Bereitschaft, Fragen offen zu halten – und sie gemeinsam auszuhalten.

Danach ein erster Austausch

Nach dem Podium wurde der Austausch gezielt geöffnet und entlang der Fragen strukturiert, die in der Diskussion aufgetaucht waren. Auf der Taskcard sammelten sich Themen, die immer wieder um ähnliche Spannungsfelder kreisten. Diskutiert wurde, wie sich „echte“ Debatten im Englischunterricht anbahnen lassen und welche Aufgabenformate – etwa mit Blick auf Anforderungsbereich III – dafür geeignet sind. Gleichzeitig wurde die Frage aufgeworfen, wie offen Ergebnisse sein dürfen oder müssen und wie Lehramtsanwärter:innen zu Offenheit, Mut und Flexibilität ermutigt werden können, ohne sie in ihrer professionellen Freiheit einzuschränken.

Mehrfach ging es um Situationen, in denen Meinung und Haltung selbst zum Unterrichtsinhalt werden: Wie umgehen mit Kontroversen, mit klaren Positionierungen von Schüler:innen oder mit demokratiefeindlichen Provokationen im Englischunterricht? Was braucht es, um den Mut zu haben, solchen Positionen etwas entgegenzusetzen – sprachlich, fachlich und professionell?

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Macht der Sprache. Thematisiert wurde, wie Analyseaufgaben genutzt werden können, um sprachliche Strategien sichtbar zu machen, wie sich sprachsensibel mit Kontroversen umgehen lässt und wie Lehrkräfte sich in inhaltlichen Grauzonen bewegen können, ohne Diskussionen vorschnell zu schließen.

Daneben rückte auch die eigene Rolle der Lehrkraft in den Blick: Wie explizit politisch darf oder kann ich selbst sein? Wie navigiere ich auf diesem schmalen Grat zwischen Offenheit und Positionierung? Und wie vermittle und lebe ich diese Haltung – etwa auch im Rahmen von Schule als demokratischem Erfahrungsraum?

Ergänzend wurden ganz praktische Fragen diskutiert, etwa welche kleinen, ressourcenorientierten Projekte im Englischunterricht möglich sind – innerhalb und außerhalb des Klassenraums – und wie demokratisches Handeln auch jenseits großer Projekte erfahrbar gemacht werden kann.

Eine der Austauschrunden richtete den Blick dabei sehr bewusst auf die Unterrichtspraxis und sammelte zahlreiche konkrete Ideen für die Klassen 5 bis 10 – innerhalb und außerhalb des Klassenraums – und wie demokratisches Handeln auch jenseits großer Projekte erfahrbar gemacht werden kann.

Für die Jahrgänge 5 und 6 standen niedrigschwellige, demokratische Routinen im Vordergrund: gemeinsam entwickelte Classroom Rules, Klassendienste mit Wahlprogrammen, Rollenspiele zu Fairness und Respekt, Anti-Bullying-Slogans oder Projekte zu Schulalltag, Vielfalt und Feiern in verschiedenen Kulturen. In den Klassen 7 und 8 verschob sich der Fokus hin zu gemeinschaftlichem Handeln und Perspektivwechsel, etwa durch Nachbarschaftsprojekte, internationale Austauschformate wie Pen-Pal-Projekte, die Auseinandersetzung mit Stereotypen, Medienkompetenz oder Kinderrechten. Für die Klassen 9 und 10 wurden schließlich Formate genannt, die stärker auf Aushandlung und Positionierung setzen: Mini-Debates, die Analyse von Fake News, Projekte zu Global Citizenship und Nachhaltigkeit, Fragen von Identität, Migration und Zugehörigkeit sowie vergleichende Blicke auf gesellschaftliche Herausforderungen Jugendlicher weltweit.

“While there is tea, there is hope.”

Dieser Austausch setzte sich in der Mittagspause fort – ergänzt um ein Catering, das eher an einen High Tea erinnerte als an eine klassische Tagungspause: Scones mit Clotted Cream und Jam, feinste Sandwiches, Shortbread, serviert auf Tartansservietten. Ein augenzwinkerndes „very British“, das nicht nur für gute Stimmung sorgte, sondern auch zum Verweilen einlud.

Zweite Runde: Praxisbeispiele und Vertiefung

In der zweiten Runde rückte die Praxis noch stärker in den Mittelpunkt. In verschiedenen Ateliers wurden konkrete Projekte, Unterrichtsansätze und Themenfelder vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Ida Szenasi zeigte in einem Drama-Projekt, wie demokratische Aushandlungsprozesse über szenisches Arbeiten, Perspektivwechsel und sprachliches Handeln erfahrbar werden können. Norman Sogojeva und Roxanne Schinkel stellten anhand queerer Literatur vor, wie Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Diversität im Englischunterricht sensibel, sprachlich fundiert und lernendennah bearbeitet werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Demokratieprojekten in der Sekundarstufe I. Philip Balling und Sebastian Lippert gaben Einblicke in partizipative Unterrichtsformate und zeigten, wie Demokratiebildung im Englischunterricht konkret umgesetzt und curricular angebunden werden kann.

Ergänzt wurde dies durch einen offenen Austausch zur Unterrichtsreihe American Realities in der Sekundarstufe II. Hier wurde das Spannungsfeld zwischen inhaltlicher Relevanz und Zeitknappheit deutlich: Einerseits drängen gesellschaftliche Entwicklungen und aktuelle Ereignisse immer wieder in den Unterricht, andererseits geraten genau diese Themen im schulischen Alltag ebenso schnell in den Hintergrund – oder müssen es, um Unterricht überhaupt planbar zu halten. Im Mittelpunkt stand daher die Frage, wie komplexe gesellschaftliche Diskurse sprachlich zugänglich gemacht und sinnvoll gerahmt werden können, ohne den Anspruch zu erheben, Vollständigkeit herstellen zu wollen.

In allen Themen-Ateliers zeigte sich erneut, wie eng Demokratiebildung, BNE, Sprachbildung und professionelle Haltung miteinander verwoben sind – und wie wichtig es ist, diese Verschränkung bereits in der Ausbildung in den Blick zu nehmen.

Neuerungen im Fach

Den letzten Programmpunkt des Tages übernahm Birgit Willenbrink, schulfachliche Dezernentin der Bezirksregierung Köln und dort verantwortlich für das Fach Englisch, die selbst lange Zeit als Fachleiterin und Schulleiterin gearbeitet hat.

Sie informierte über den Zeitplan für die Neuentwicklung der APO-GOSt und des Kernlehrplans GOSt Englisch mit dem geplanten Inkrafttreten ab August 2027 und verweist auf deren schrittweise Implementation ab Herbst 2026. Basierend auf der Entwurfsfassung für die Verbändebeteiligung verweist sie darauf, dass zentrale Schwerpunkte ein didaktisch begründeter Einsatz von KI (kein Skill Skipping, sondern Upskilling) sind sowie die Neudefinition des Textbegriffs mit Fokus auf Authentizität des Diskurses sowie der ausschließliche Einsatz von Texten aus einem realen Kommunikationszusammenhang als Ausgangstexte in der Oberstufe. Für den Unterricht werden eine stärkere Ausrichtung auf Mündlichkeit, Projektarbeit, formative Assessmentformen und kollaborative Kompetenzen sowie Neuerungen bei Klausuren und alternativen Leistungsnachweisen hervorgehoben.

Die Referentin lud ausdrücklich zu Fragen und zum fachlichen Diskurs ein; es entstanden zahlreiche interessierte Rückfragen und wie bereits bei den vorherigen Tagesordnungspunkten ein intensiver Austausch über die Bedeutung der dargestellten Entwicklungen für die Englischlehrkräfteausbildung.

Englisch-Fachleitungstagung 2026 – Demokratiebildung und BNE in der Englischlehrkräfteausbildung: Was bleibt?

Im gesamten Tagungsverlauf wurde der Blick immer auch wieder zurück auf die Fachleitungen gelenkt: Was können wir konkret tun? Welche Strukturen, welche Routinen, welche Lerngelegenheiten helfen Lehramtsanwärter:innen dabei, sprachlich handlungsfähig zu bleiben – auch in schwierigen, emotional aufgeladenen Situationen?

Am Ende des Tages stand kein Maßnahmenkatalog. Keine schnellen Lösungen. Wie versprochen gingen wir nach Hause mit mehr Fragen als Antworten – aber auch mit dem Gefühl, mit diesen Fragen nicht allein zu sein. Mit dem Wissen, dass es einfache Antworten nicht geben wird. Und vielleicht ist genau das gut so.

Denn Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Englischunterricht lassen sich nicht abhaken. Sie brauchen Zeit, Sprache, Beziehung – und professionelle Gemeinschaft. Dieser Tag hat dafür einen Raum geöffnet.

Die Englisch-Fachleitertagung wurde von den Englisch-Fachleitungen des ZfsL Leverkusen vorbereitet und durchgeführt: Achim Behrendt, Vera Brunkau, Uta Gerres, Cerstin Henning, Markus Hözel-Fröndgen, Sandra Meyers, Rolf Steins, Andrea Schatz-Welches und Felix Uehren.

Die Referent:innen und Expert:innen bekamen als Dankeschön ein Glas Honig, der von den Bienen eines Leverkusener Fachleiterkollegen stammt, und eine Packung Blumensamen – als kleines Zeichen der Wertschätzung, aber auch sinnbildlich für das, was diese Tagung ausgemacht hat: gemeinsames Arbeiten, Vernetzung, nachhaltige Impulse und die Hoffnung, dass aus geteilten Ideen in der Ausbildung etwas Weiteres, Schönes, Buntes erwachsen kann.

Thanks a million

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten – für die rege Teilnahme, für die Organisation, die vertrauensvolle Atmosphäre – und für den Mut, einen Tag zu gestalten und einen Tag mitzutragen, der bewusst nicht auf schnelle Ergebnisse, sondern auf gemeinsames Nachdenken, Fragenstellen und professionellen Austausch setzte.

Cerstin Henning

für das Vorbereitungsteam

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