Im Jahr 2020 fand der erste #fl_tag statt. Das Format wurde in 2021 und ab 2023 jährlich fortgesetzt. Und auch in diesem Jahr wird es wieder einen #fl_tag geben.
Und es gibt einen Ausbildungsalltag, der davor, danach und dazwischen stattfindet und begleitend möchten wir unter dem Titel Ausbildung im Diskurs Räume für Austausch und Vernetzung schaffen.
Dieser Blog ist unsere zentrale Anlaufstelle. Er informiert und bietet Übersicht über alles, was auf dem Weg ist und vor Ort rund um die Ausbildung in unserem "Veedel" im Kölner Bezirk passiert.

Appetizer#1 – Vertrauen stärken

Frage 2: Inwiefern gehört die kompromisslose Verankerung „ethischer Prinzipien“, u.a. die Werte- und Menschenrechtsbildung, in die Lehrkräfteausbildung und in die Schule?
→ 8.These von Michael Carl
→ Zur Idee der Appetizer
Demokratie bewegen – Vertrauen stärken

Im Kontext des #fl_tag26_picknick „Zukünfte verändern Ausbildung – Demokratie in Bewegung“ stellt sich die Frage, wie Vertrauen in Bildungsprozesse unter Bedingungen wachsender Unsicherheit gestärkt werden kann. 

Denn: moderne Gesellschaften scheinen zunehmend von Misstrauen geprägt– als Folge von Pluralisierung, gestiegener Teilhabe und wachsender Komplexität. Je mehr VUCA oder gar BANI unsere Welt wird, desto wichtiger wird es, zu vertrauen – und gleichzeitig wird es umso wahrscheinlicher, dass Misstrauen wächst. Jenes Misstrauen in gesellschaftliche Systeme und Institutionen ist oftmals der gemeinsame Nenner, der Personengruppen verschiedenster politscher Richtungen zu sogenannten „Misstrauensgemeinschaften“ vereint (vgl. A. El Mafaalani: Misstrauensgemeinschaften. Kiepenheuer & Witsch, 2025).  

Die fortschreitende Digitalisierung verschärft diese Dynamik. Künstliche Intelligenz, algorithmisch generierte Inhalte und Deepfakes stellen die Verlässlichkeit von Informationen infrage. Der Zukunftsforscher und unser Moderator des #fl_tag25, Michael Carl, nennt in diesem Zusammenhang die Schulabgänger der 2030er Jahre „Die Generation ohne Wahrheit“. Prof. Dr. Karim Fareidooni wies hier auf die Notwendigkeit hin, „Fake-News-Kompetenzen in allen Fächern zu verankern“, Prof. Dr. Doris Weßels darauf, „kritische Urteilbildung in einer „blurry“ Informationswelt“, insbesondere durch gezielte Lehrkräfteausbildung z.B. im Bereich des Prompt-Engineerings zu etablieren.  

Fragen, die sich aus dem Thema „Vertrauen“ ergeben und zum Austausch während unseres Picknicks anregen können, sind z.B. folgende: 

  • Wie verändert sich die Rolle von Lehrkräften, wenn Wissen nicht mehr selbstverständlich als gesichert gilt?  
  • Welche Kompetenzen brauchen sie selbst, um mit dieser Entwicklung souverän umzugehen?  
  • Wie kann Unterricht gestaltet werden, der die kritische Prüfung von Quellen und Perspektiven systematisch einübt?  
  • Wie kann es gelingen, Misstrauen produktiv zu wenden: als Ausgangspunkt für die Förderung von Reflexionskompetenz, Debattenkultur, Ambiguitätstoleranz und letztlich für positive, vertrauensfördernde Zukunftsbilder? 
  • Und letztlich: Wie könnten wir das Thema „Vertrauen“ systematisch in der Lehrkräfteausbildung sowie im schulischen Alltag fokussieren und damit für demokratische Lernprozesse nutzen? 

 

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